Leserbrief zum Thema Tierschutz und Tierheim Demirtas

Aus gegebenen Anlaß möchten wir hier die Chance ergreifen und uns auch mal zum Engagement des TH Demirtas, sowie überhaupt zum Thema „Auslandstierschutz“ zu äußern.

Was die Mitarbeiter des Tierheims leisten geht meist über die physischen und psychischen Grenzen der Mitarbeiter hinaus – und für Außenstehende – selbst für uns – unvorstellbar. Kritikern sei gesagt, Straßenhunde und Katzen werden grundsätzlich nur eingesammelt, kastriert, geimpft, entwurmt und an ihrem „Platz“ wieder ausgesetzt.

Im Tierheim behalten wäre unmöglich. Nach nur wenigen Wochen würde wohl sonst die 1000er Grenze überschritten – der Platz ist nicht da. Viele Hunde sind auch in einem gut genährten Zustand, da sie in „Ihrer“ Straße gut versorgt werden. Aber wenn sich nur 1 Anwohner von dem Straßenhund gestört fühlt, muß er weg. Wohin – er wird ins meist eh schon überfüllte Tierheim gebracht und Anja muß sich überlegen wohin damit ?? Lediglich kranke Hunde, Welpen oder Hunde die auf der Straße nicht zurechtkommen, werden aufgenommen – oder die, die nachts feige ans Tor gebunden werden oder übers Tor geworfen werden…und das sind unglaublich viele……

Wir fahren mehrmals pro Jahr in die Türkei. Teilweise nur um im Tierheim Demirtas zu helfen. Die Kosten hierfür tragen wir natürlich komplett selbst. Wir versuchen auch immer wieder Hunde und Katzen mit nach Deutschland zu nehmen und dort zu vermitteln, was eigentlich ganz gut funktioniert (die Schutzgebühr hierfür kommt komplett dem TH Demirtas zugute – sämtliche Kosten übernehmen wir). Doch kommt es immer wieder vor, daß Menschen aus Unwissenheit, Ignoranz oder vielleicht Dummheit Helfer angreifen, die sich im „Auslandstierschutz“ engagieren. Seltsamerweise sind das meistens Leute, die sich selbst für rein gar nichts einsetzen, also weder ehrenamtlich oder gemeinnützig oder sonst was. Meistens haben die Leute auch noch nie ein Tierheim von innen gesehen, oder seit Jahren nicht mehr, aber sie fühlen sich dazu berufen uns und andere anzugreifen und belehren zu wollen. Sätze die wir nicht mehr hören können sind „…gibt’s in Deutschland nicht schon genug Tiere im Tierheim…..“ „…warum helft ihr nicht hungernden Kindern….“ Wie gesagt das meistens von Leuten ohne jegliches Hintergrundwissen und Eigeninitiative.

Ich frage mich, ob andere die sich z. B. ehrenamtlich für den Wiederaufbau der Frauenkirche einsetzten, oder Spenden sammeln dafür, daß ein neues „Flugobjekt“ ins Technikmuseum Sinsheim aufgenommen werden kann auch so angegriffen werden ??? Obwohl ich auch diese Initiative „ganz toll“ finde. Wenn sich jeder für etwas einsetzen würde – wäre doch toll – warum nicht ?!  Viele deutsche Tierheime nehmen Auslandstiere auf – prominentes Beispiel das Tierheim Köln-Dellbrück, welches auch immer im WDR bei „Tiere suchen ein Zuhause“zu sehen ist. Kein Tierheim Deutschlands würde Auslandstiere aufnehmen, wenn es schon „total überfüllt“ wäre. In unserem Tierheim hier sitzen größtenteils große Hunde wie Schäferhunde, Rottweiler, Bernhardiner, Kampfhunde. Wenn jemand ins Tierheim kommt und will einen Hund in Cockergröße wird er wohl kaum mit einem Rottweiler aus dem TH kommen. Nein – wenn es so einen Hund dort nicht gibt, dann wird man wohl in die hießigen Zeitungsanzeigen schauen und sich für mind. 300 Euro einen Hund von einem Privatmann kaufen, dessen Lotte von Nachbars Lumpi bestiegen wurde (weil unkastriert) und die Tiere sind dann meistens weder geimpft noch entwurmt. Auch ist dem Verkäufer ziemlich egal wohin der Hund kommt – hauptsache die Kasse stimmt. Sollten einige Hunde nicht „verkauft“ werden können, dann wird diese „Restware“ günstigenfalls ins Tierheim gebracht. Selbst bei Rassezüchtern ist es doch so, daß es nicht interessiert wohin der Hund kommt. Keine Vor- und Nachkontrolle. Sind es nicht diese verantwortungslosen Leute, die man angreifen sollte ???

Ist es dann nicht besser Tiere, die im Auslands keinerlei Chancen haben, dem Tode geweiht sind oder einem lebenslangen Tierheimleben,  nach Deutschland zu netten Familien zu vermitteln ??? Oder haben ausländische Tiere kein Recht auf Leben ?? Ist das wirkliche Tierliebe, wenn diese an der Grenze aufhört ?? Wer meint es besser zu können, kann sich gerne im Tierheim engagieren.
Sandra und Gisela Keller, Michael Tauber, Anneliese Kropf, Edith

 

 

Ein Gedanke zu „Leserbrief zum Thema Tierschutz und Tierheim Demirtas

  1. Super Artikel, dem kann ich mich nur anschließen!

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